| |
|
|
> Blick auf das NFP 56
> Forschungsergebnisse
> Aktuelles
|
|
Forschungsresultate und Aktuelles NFP 56 - 4/2008
|
|  |
|
|
Blick auf das NFP 56 ...
... von einem Medienschaffenden (Christophe Büchi, NZZ-Korrespondent in der Westschweiz)
Darf ich mit dem Einrennen einer offenen Tür beginnen? Wenn der Staat ein Forschungsprogramm zur Schweizer Mehrsprachigkeit mit einigen Millionen Franken unterstützt – mit einer Summe also, die einem Buchautor erlauben würde, locker mehrere Dutzend gut dokumentierter Sachbücher zu verfassen – so darf der Auftraggeber, mithin der Steuerzahler, unbestrittenermassen auch etwas Substantielles davon erwarten : nämlich neue Erkenntnisse, die unsere Sichtweise der Problematik erweitert und auch Schlussfolgerungen für die Zukunft zulässt.
Das NFP 56 ist, etwas salopp ausgedrückt (aber einem Journalisten - nicht wahr ? - verzeiht man alles ...), sicher das teuerste Seminar zum Thema Mehrsprachigkeit, das je in der Schweiz veranstaltet wurde. Man darf – nein : man muss - also von diesem Programm durchaus neue und originelle Antworten auf die Fragen erwarten, die eine durch Mehrsprachigkeit und Multikulturalität geprägte Gesellschaft aufwirft. Ein nationales Forschungsprogramm besteht ja nicht in der Summe der Hobbies der beteiligten Forscher und Forscherinnen, sondern soll aktuelle und brennende Fragen der Gesellschaft erhellen. Und die Probleme, die eine schon immer mehrsprachige und zunehmend multikulturelle Gesellschaft mit sich bringt, sind zweifellos aktuell und brennend... >>>>>
|
|  |
|
|
Forschungsergebnisse
Wie kann die Schule Lese und Schreibkompetenz bei Schülern aus bildungsfernen Schichten fördern?
Misserfolg im Lesen und Schreiben ist nicht vorprogrammiert: Es gibt immer wieder Kinder und Jugendliche, die auch unter den Bedingungen eines bildungsfernen Umfelds eine erstaunlich erfolgreiche Entwicklung durchlaufen (Literale Resilienz). Wenn es gelingt, Einflussgrössen zu identifizieren, welche einen Erfolg auch unter belastenden Vorzeichen ermöglichen und wenn diese auch gezielt einsetzbar sind, dann lassen sich Interventionen für die Praxis ableiten. Derartige Überlegungen nähren die Hoffnung, aktiv etwas gegen den lang anhaltenden Bildungsmisserfolg bei bestimmten sozialen Gruppen tun zu können.
Die vorliegende Studie von Prof. Hansjakob Schneider zeigt, dass literal resiliente Jugendliche sich von anderen Jugendlichen unter anderem durch den Sinn unterscheiden, den sie der Schriftlichkeit in ihrem Leben zuschreiben; anders gesagt: durch die Funktionen, die sie für das Lesen und Schreiben in ihrem Leben haben aufbauen können. Dabei ist es überdies wichtig, dass die Jugendlichen einen Zusammenhang zwischen ihrem privaten Tun und den schulischen Anforderungen herstellen können.
>>> Schlussbericht
|
|  |
|
|
|
Wie kann die Sprachkompetenz von Migrantenkindern vor Schuleintritt gefördert werden?
Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das Beherrschen der Erstsprache für den erfolgreichen Erwerb der Zweitsprache eine notwendige Bedingung ist. Im Projekt von Urs Moser mit Forschern aus den Universitäten Zürich und Bern, erhielten Migrantenkinder zwei Lektionen pro Woche in ihrer Erstsprache. Dabei wurde der Sprachunterricht in der Erst- und der Zweitsprache inhaltlich und didaktisch aufeinander abgestimmt. Zudem wurden die Eltern gezielt in die Sprachförderung ihrer Kinder einbezogen. Die Sprachkompetenzen wurden innert der beiden Kindergartenjahre vier Mal erhoben und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die Intervention führte rundum zu positiven Effekten, aber das primäre Ziel einer wirksameren Förderung der Zweitsprache Deutsch konnte nicht erreicht werden. Wie diese Massnahmen ausgestaltet werden müssen, damit Migrantenkinder nach dem Kindergarten für die Schule bereit sind, ist im Detail noch unbekannt. Das Forschungsprojekt liefert Antwortelemente, die im gesamtgesellschaftlichen Interesse möglichst breit diskutiert und frei von Ideologien angegangen werden sollten.
>>> Schlussbericht
|
|  |
|
|
|
Wie wirkt sich Mehrsprachigkeit einer Firma auf den Alltag aus?
Wie verschiedene Sprachen in einem Unternehmen verwendet werden hängt selten mit formalen Vorgaben zusammen. Die Forschenden zeigen z.B. auf, wie die vorherrschenden Verhaltensregeln Einfluss auf die Machtpositionierung der Mitarbeitenden haben können. In zwölf Unternehmen haben Chris Steyaert und sein Team von der Universität St. Gallen die gelebten Alltagsregeln im Umgang mit verschiedenen Sprachen untersucht und in drei ausgewählten Fällen vertieft analysiert. An Stelle offizieller Regelwerke konnten eine Fülle von informellen Aspekten identifiziert werden. Diese bieten neue Möglichkeiten, den Sprachengebrauch zwischen lokaler Sprache, Nationalsprachen und internationaleren Sprachen zu systematisieren. Diese Erkenntnisse können massgeblich dazu beitragen, dass Überlegungen zum Umgang mit Vielfalt, sowie mit Ein- und Ausschluss in den unternehmerischen Alltag einfliessen und so möglichst viele Personen an Kommunikations- und Entscheidungsprozessen teilhaben.
>>> Schlussbericht
|
|  |
|
|
Aktuelles
Grosses Interesse an der Veranstaltungsreihe „Do you speak Swiss?“
Im Oktober und November waren die Veranstaltungen „Do you speak Swiss?“ im Politforum des Bundes sehr gut besucht und zogen ein durchmischtes Publikum an. Zwei Abende im Dezember beschliessen diese Veranstaltungsreihe:
2. Dezember „Albanisch als 5. Landessprache – Sprachenpolitik in der Migrationsgesellschaft“
16. Dezember – Maîtrisez les langues et votre avenir est assuré – Utilité économique des connaissances en langues étrangères
Ort: Käfigturm, Marktgasse 67, Bern
Zeit: 19 bis ca. 20Uhr30
Das Programm finden Sie auf der Webseite des Käfigturm und hier >>>>>>>>
|
|  |
|
|
|
Programm und Informationsblatt zum Kolloquium „Sprachliche Standortbestimmung von Schweizer Unternehmen“
Am 17. November nahmen Wirtschaftsvertreter aktiv am halbtägigen Kolloquium „Sprachliche Standortbestimmung von Schweizer Unternehmen“ (Projekt von Prof. François Grin) teil. Ihnen wurden die individuellen sprachlichen Positionierungen ihrer Unternehmen überreicht. Ebenso fand ein anregendes Podiumsgespräch unter Mitwirkung von Ruth Derrer Balladore (Schweizer Arbeitgeberverband), Guy Suchet (Directeur des ressources humaines, Fédération des entreprises romandes), Olivier Maradan, (stv. Generalsekretär EDK), Emmanuel Garessus ( Wirtschaftsjournalist „Le Temps“) statt.
Details zum Programm sowie ein Informationsblatt erhalten Sie hier >>>>>>>>
|
|  |
|
|
|
Tagung zum Thema „Sprache und Schule“
Die Resultate aus dem Schwerpunkt „Sprache und Schule“ sowie von drei Projekten des Schwerpunkts „Sprachkompetenzen der Erwachsenen“ werden an einer nationalen Tagung mit Vertretern der Bildungspolitik und Praxis diskutiert. Die Tagung findet im Pavillon „Territoires imaginaires“ am 13. Mai 2009 in Biel statt. Weitere Informationen werden ab kommenden Januar auf die Webseite www.nfp56.ch geschaltet.
|