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Forschungsresultate und Aktuelles NFP 56 - 3/2009 - www.nfp56.ch
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Blick auf das NFP 56 ...
... vom Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien der Universität Neuenburg (Prof. Dr. Gianni D'Amato, Direktor des SFM)
Wer sich mit der Pragmatisierung der Migrationsdebatte in der Schweiz beschäftigt, kommt heute an der Frage der Bedeutung der Sprache und deren Vielfalt und Kompetenz nicht mehr vorbei. Gerade in einem vielsprachigen und multikulturellen Land wie der Schweiz, das contrecoeur seit mehr als 130 Jahren auch ein Einwanderungsland ist, war die Debatte um die Sprache ein steter Bestandteil der Nationenwerdung, genauso wie die erregten Diskussionen um die Fremden. So mussten bereits im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Spannungen zwischen den religiösen und sprachlichen Gruppen in dem vielsprachigen Land mit einer politischen Integration aufgefangen werden. Der „paradigmatische Fall politischer Integration“ (Karl W. Deutsch) resultierte aber nicht nur aus dem föderalen Aufbau des Staates, sondern auch aus der Schaffung einer starken republikanisch nationalen Identität, die immer wieder half, Spannungen abzubauen. Bei der Überwindung schwieriger Momente war mitunter die Idee hilfreich, die Eidgenossenschaft müsse sich geeint gegen eine schleichende Gefahr der „Überfremdung“ wehren. >>>>>
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Forschungsergebnisse
Familiäre Strategien und Sprachgebrauch von Jugendlichen der dritten Generation
Für die Weitergabe der Herkunftssprache einer Generation an die andere ist laut der Studie von Rosita Fibbi (Universität Neuenburg) und Marinette Matthey (Université Stendhal Grenoble 3) wohl die Familie entscheidend, doch sind das Umfeld und die Politik ebenso wichtig. Eine Politik, die Mehrsprachigkeit fördern will, basiert auf drei Faktoren: Die Enkelkinder von Migrantinnen und Migranten haben eine positive Einstellung zur Mehrsprachigkeit. So entsteht längerfristig ein gutes Klima für eine Zusammenarbeit zwischen zugewanderten Familien und der Schule. Die These, wonach die Pflege der Herkunftssprache den sozialen Aufstieg bremse, soll aufgegeben werden, damit die Loyalität zur Familie und die Sprachenwahl nicht zum Dilemma wird. Sprachkurse, die von der Primarschule bis über die obligatorische Schulzeit hinaus angeboten werden, ermöglichen es, die Herkunftssprache zu stärken und sich dabei wieder einen Raum für diese Sprache und Identität anzueignen. Der Kanton Basel-Stadt hat seine Politik in diesem Sinne ausgerichtet und zeigt damit einen Weg, den auch andere Städte beschreiten könnten.
>>>>> Schlussbericht auf französisch
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Sprache und Identitätspolitik - Welche Positionen nehmen Parteien in sprachenpolitischen Debatten in der Schweiz ein?
Das Forschungsteam Damir Skenderovic und Christina Späti (Universität Freiburg) erläutert anhand von sechs Thesen den Wandel der Sprachenpolitik seit den 1960er Jahren. Als Grundlage dienen ihnen die Protokolle parlamentarischer Debatten und die darin formulierten Positionen der politischen Parteien. In der untersuchten Zeitspanne von 1960 bis 2008 gewinnt das Thema Sprache in der Politik zunehmend an Bedeutung, wobei in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre eine wichtige Zäsur stattfindet. Diese zeigt sich einerseits in der offiziellen Sprachenpolitik, in der zusätzlich zu den vier Landessprachen Englisch an Gewicht gewinnt. Andererseits kommt der Bereich der Migrationspolitik hinzu, in dem nun die Vorstellung von Sprache als zentralem Integrationskriterium breite Akzeptanz findet. Bei allen Parteien lassen sich zwei Bedeutungszuweisungen von Sprache erkennen: Sprache als Mittel zur Kommunikation oder als wichtiges Identitätsmerkmal von Personen oder Gruppen. Hingegen unterscheiden sich die Konsequenzen, welche die jeweiligen Parteien daraus ziehen, etwa in der Frage des Englischen im Schulunterricht oder der Freiwilligkeit von Sprachkursen für Migrantinnen und Migranten.
>>>>> Schlussbericht
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Welchen Einfluss haben Fremdsprachenkenntnisse auf die Berufswahl und kulturelle Identität bei Italienischschweizern?
Die Studie von Edo Poglia (Università della Svizzera Italiana) verfolgt die schulische, persönliche und berufliche Entwicklung von jungen Tessinern nach der Beendigung der Pflichtschule bis zum Alter von 30 Jahren. Sie geht dabei der Frage nach, welche Rolle die Schule sowie alle anderen «Gelegenheiten» bei der Erwerbung von Sprachkompetenzen spielen. Diese Jugendlichen können im Durchschnitt 2.7 Zweitsprachen und sprechen am Arbeitsplatz öfter Französisch (46%) und Deutsch (42%) als Englisch (31%). Im Finanz- oder Industriebereich werden die drei Sprachen praktisch gleich oft verwendet. Im Gesundheitsbereich hingegen ist Französisch besonders verbreitet. Aus der Studie, die sich auch mit dem Verhältnis zwischen Zweitsprachenkompetenzen und kultureller Identität beschäftigt, geht hervor, dass Englisch eher als nützlich angesehen wird, während Französisch und Deutsch die persönliche Annäherung an die entsprechende Kultur bzw. an die « Schweizer Kultur » begünstigen. Ausserdem lässt sich ein Zusammenhang zwischen guten Französischkenntnissen und einem stärkeren, wenngleich bescheidenem, Interesse für die Politik erkennen. Gegenüber der angelsächsischen und insbesondere der amerikanischen Kultur ist eine ziemliche Distanz bemerkbar. Doch für den beruflichen Erfolg erhält die englische Sprache grosse Bedeutung. Die Synthese aller Resultate finden Sie hier
>>>>> Schlussbericht auf französisch
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Aktuelles
SAGW Herbsttagung 2009 – Mehrsprachigkeit in Wissensproduktion und Wissenstransfer; 12. - 13.11.2009 Zentrum Paul Klee, Bern
Es hat noch freie Plätze >>>>> Informationen und Anmeldung
Die Tagung hat zum Ziel, eine Reflexion über Mehrsprachigkeit in der Forschung und in der höheren Bildung anzuregen, aktuelle Hypothesen zur Bedeutung der Mehrsprachigkeit in Wissenschaft und Forschung zu präsentieren und diese mit zahlreichen Vertretern nationaler und internationaler Forschungsinstitutionen und Hochschulen zu diskutieren.
Sie orientiert sich an den folgenden drei Leitlinien:
1. Mehrsprachigkeit in der Forschung und in wiss. Publikationen
2. Mehrsprachige Lehre an den Hochschulen
3. Entwicklung einer Mehrsprachigkeitspolitik für die Hochschulen
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Fichier français de Berne
Zu seinem 50jährigen Bestehen veröffentlicht der Fichier français de Berne eine Festschrift mit dem Titel „côtoyer-cohabiter“. Die Publikation befasst sich in 17 Texten mit der „Nähe“ der Sprachen, insbesondere zwischen Deutsch und Französisch.
Mehr Information zur Festschrift und zum Jubiläum finden Sie unter folgender Adresse:
www.fichier-francais.ch
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« Mardi du bilinguisme » am 24. November 2009, 18Uhr, im Gymnasium Alpenstrasse (Aula) in Biel
Die institutionelle Zweisprachigkeit ist eines der Merkmale der Bieler Region. Der nächste "Mardi du bilinguisme" behandelt diese Thematik. Welche Praxen ergeben sich aus diesen besonderen sprachlichen Umständen? Welche Kosten/Nutzen-Analyse kann man anstellen? Eingeladen sind Personen aus der Forschung und solche, die aus dem Alltag berichten: Pierre Buchmüller (Gymnasium Alpenstrasse), Marie-Pierre Walliser-Klunge und Dr. Christina Späti, Universität Freiburg.
Gleichzeitig werden die Relabelisierungen von Bilinguisme+ an 6 Bieler Firmen/Institutionen vergeben. www.zweisprachigkeit.ch
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