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Resultate

Zweisprachiger Unterricht – eine Chance für besseres Lernen

Hintergrund Zweisprachiger Unterricht fördert das Erlernen einer Fremdsprache. Nicht nur das: Der Unterricht einer nicht linguistischen Disziplin wie Geschichte in einer anderen Sprache vertieft die disziplinären Kenntnisse selbst. Ein solches Lernen funktioniert wie eine Symbiose und befruchtet sowohl den Sprach- als auch den Fachunterricht. Trotzdem gibt es bislang dafür kein einheitliches Lehrkonzept. So ist der Unterrichtsinhalt je nach Grundbildung der Lehrer in der Sekundarstufe II und in der Tertiärstufe recht ungleich.

Ziel Das Projekt plädiert für einen integrativen Unterricht von Sprache und Inhalt. Es will beschreiben, wie die Integration in verschiedenen Disziplinen und in den verschiedenen Schulklassen der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe bestmöglich gestaltet werden könnte. Zielsprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Die sprachliche und disziplinäre Entwicklung der Schüler zwischen Anfang und Ende der Beobachtungsphase soll beurteilt werden. Es geht dabei darum, anhand konkreter Lernergebnisse des zweisprachigen Unterrichts zu begreifen, wie sich die Kompetenzen der Schüler am besten entwickeln.

Bedeutung Das Projekt will die zentrale Bedeutung des zweisprachigen Unterrichts für die sprachliche und kognitive Entwicklung der Schüler hervorheben. Zweisprachiger Unterricht sollte nicht länger als aussergewöhnlich gelten. Durch den Aufbau multilingualer Kompetenzen bei den Schülern soll sowohl auf institutioneller als auch auf individueller Ebene die anerkannte Mehrsprachigkeit der Schweiz zum Ausdruck kommen.

Resultate In der Schweiz und in Europa steigt die Tendenz, Schulfächer wie zum Beispiel Geografie oder Mathematik in einer Fremdsprache zu unterrichten. Die Forscher Laurent Gajo (Universität Genf) und Anne-Claude Berthoud (Universität Lausanne) haben Westschweizer und Bieler Schulklassen dabei beobachtet und festgestellt, dass fremdsprachiger Fachunterricht zwar komplexer ist, aber unter gewissen Bedingungen die Konzeptualisierung des Lehrstoffes erleichtert und so auch linguistische Kenntnisse stabilisiert. Mehr als beim monolingualen Unterricht ist das Lehrpersonal speziell darum besorgt, den Diskurs zu klären. Lehrerinnen und Lehrer stützen sich auf die Erstsprache oder benutzen Umschreibungen und fördern dabei sehr subtiles Wissen. Die Lernenden wiederum fühlen sich in einer Fremdsprache bei Unsicherheiten weniger gehemmt. Sich durch Nachfrage eine Blösse beim Wortschatz in einer anderen Sprache zu geben, ist ihnen weniger peinlich als mangelndes Fachwissen. Das Forscherteam hat die Interaktionen untersucht, die gleichzeitig die sprachliche und kognitive Entwicklung von Schülern am besten unterstützen. Aus den Beobachtungen leiten die Forscher zahlreiche Empfehlungen ab, insbesondere für die Aus- oder Weiterbildung von Lehrkräften.

Prof. Laurent Gajo
Ecole de langue et de civilisation française
Université de Genève
+41 22 379 74 38
laurent.gajo@lettres.unige.ch

Prof. Dr. Anne-Claude Berthoud
Institut de linguistique
Université de Lausanne
+41 21 692 30 56
anne-claude.berthoud@unil.ch

Dokumente:

  Schlussbericht (auf französisch) (458KB) 04.03.2008    öffnen >
  Poster (155KB) 30.06.2009    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (178KB) 03.11.2010    öffnen >

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