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Resultate

Welchen Einfluss haben Fremdsprachenkenntnisse auf die Berufswahl und kulturelle Identität bei Italienischschweizern?

Hintergrund Mit der Tendenz zur Globalisierung wächst das Bewusstsein der zentralen Rolle, welche die Sprachkompetenzen bei der beruflichen Laufbahn und kulturellen Identität spielen. Dieser Aspekt ist vor allem in der mehrsprachigen Schweiz gegenwärtig und noch stärker im Tessin.

Ziel Dieses Projekt will der Frage nachgehen, wie sich die Sprachkompetenzen in Französisch, Deutsch und Englisch bei einer Gruppe von Jugendlichen aus der italienisch sprechenden Schweiz während 15 Jahren nach Beendigung der Pflichtschule entwickelt haben. Diese Entwicklung soll mit ihrer persönlichen, beruflichen und kulturellen Geschichte sowie ihren Abschlusskompetenzen am Ende der Schulzeit in Verbindung gebracht werden.

Bedeutung Das Projekt soll die Sprachkompetenzen in der italienischen Schweiz ausleuchten und Aussagen in Bezug auf die Arbeitswelt, die Identität und Kultur sowie das soziale und kulturelle Kapital erlauben. Die ermittelten Daten werden Experten aus Bildungspolitik und Schule als Grundlage zur Bewertung des gegenwärtigen Sprachunterrichts dienen. Sie können damit auch einen Beitrag mit praktischen Konsequenzen für die künftige kantonale Bildungs- und Sprachpolitik leisten.

Resultate Die Studie von Edo Poglia (Università della Svizzera Italiana) verfolgt die schulische, persönliche und berufliche Entwicklung von jungen Tessinern nach der Beendigung der Pflichtschule bis zum Alter von 30 Jahren. Sie geht dabei der Frage nach, welche Rolle die Schule sowie alle anderen «Gelegenheiten» bei der Erwerbung von Sprachkompetenzen spielen. Diese Jugendlichen können im Durchschnitt 2.7 Zweitsprachen und sprechen am Arbeitsplatz öfter Französisch (46%) und Deutsch (42%) als Englisch (31%). Im Finanz- oder Industriebereich werden die drei Sprachen praktisch gleich oft verwendet. Im Gesundheitsbereich hingegen ist Französisch besonders verbreitet. Aus der Studie, die sich auch mit dem Verhältnis zwischen Zweitsprachenkompetenzen und kultureller Identität beschäftigt, geht hervor, dass Englisch eher als nützlich angesehen wird, während Französisch und Deutsch die persönliche Annäherung an die entsprechende Kultur bzw. an die « Schweizer Kultur » begünstigen. Ausserdem lässt sich ein Zusammenhang zwischen guten Französischkenntnissen und einem stärkeren, wenngleich bescheidenem, Interesse für die Politik erkennen. Gegenüber der angelsächsischen und insbesondere der amerikanischen Kultur ist eine ziemliche Distanz bemerkbar. Doch für den beruflichen Erfolg erhält die englische Sprache grosse Bedeutung.

Prof. Dr. Edo Poglia
Istituto Comunicazione e Formazione
Università della Svizzera Italiana, Lugano
+41 91 912 47 74
edo.poglia@unisi.ch

Emanuele Berger
Ufficio studi e ricerche del Dipartimento dell'istruzione e della cultura, Bellinzona
+41 91 814 34 73
emanuele.berger@ti.ch

Dokumente:

  Wissenschaftliche Zusammenfassung (155KB) 10.01.2008    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (153KB) 03.11.2010    öffnen >
  Schlussbericht (auf französisch) (1374KB) 09.11.2009    öffnen >

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