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Wie steht es um Fremdsprachenkompetenz in Unternehmen?

Hintergrund Wie es um die Fremdsprachenkompetenz im Berufsalltag der in der Schweiz ansässigen Betriebe bestellt ist, wurde bislang kaum untersucht. So wurde das Projekt LEAP (Langues étrangères dans l’activité professionnelle) ins Leben gerufen, das sich mit einer wirksamen Unterrichtspolitik bei den Sprachen sowohl für Schüler als auch in der Erwachsenenbildung befassen will. Das Projekt LEAP beschäftigt sich mit der Rolle der Fremdsprachenkompetenzen in den Tätigkeitsbereichen Produktion und Verteilung.

Ziel In erster Linie soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Betriebe die Sprachenvielfalt berücksichtigen und wie sich diese Vielfalt auf die internen und externen Kommunikationsstrategien, den betriebsinternen Stellenbeschrieb und die Besetzung von Stellen auswirkt. Zudem soll eine strukturierte Übersicht über die Bedürfnisse der Betriebe hinsichtlich der Fremdsprachenkompetenzen Erkenntnisse darüber liefern, inwieweit sich diese Bedürfnisse auf ihre Anstellungspolitik niederschlagen.

Bedeutung Die Analyse der Prozesse, die für den Einsatz und die Aufwertung der Sprachkompetenzen im Berufsleben verantwortlich sind, trägt dazu bei, die Sprachdynamik der Wirtschaft besser zu verstehen. Obschon das Projekt auf der wirtschaftlichen Analyse aufbaut, folgt es einer stark interdisziplinär ausgerichteten Forschungstradition und zielt gleichzeitig darauf ab, auch den Forschern anderer Disziplinen nützliche Ergebnisse zu liefern. Das Projekt LEAP greift demnach aktuelle Themen auf, indem es sich mit der Wirtschaftlichkeit, der Sprachpolitik und der Bildungspolitik beschäftigt; die Zielgruppen der Ergebnisse gehören dabei nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Politik, der Verwaltung, den Betrieben und der Öffentlichkeit an.

Resultate Das Forschungsteam von François Grin aus den Universitäten Genf und Montreal bewertete, welchen Gewinn Mehrsprachigkeit den Unternehmen und der Volkswirtschaft bringt. Da solche Schätzungen bisher in keinem Land vorgenommen wurden, stellen sie eine weltweite Neuheit dar. Die Sprachkompetenzen der Bevölkerung steuern demnach ungefähr 10% zum Bruttoinlandprodukt bei. Eine ergänzende Untersuchung bei 200 Unternehmen des Industriesektors gibt Hinweise wie bei der Rekrutierung von Mitarbeitern, Kenntnisse über sprachliche Ressourcen eingesetzt werden können. So sind mehrsprachige Mitarbeitende, die mit Lieferanten aus anderen Sprachregionen verhandeln können, in der Abteilung „Einkauf“ meist nützlicher als beim „Verkauf“. Ebenso sind mehrsprachige Personen, wenn die Stellen reduziert werden, zweimal weniger davon betroffen als einsprachige. Die Bedeutung der Sprachkompetenzen ist in seiner Gesamtheit für den Arbeitsmarkt und die Schweizer Wirtschaft durch die Studie klar bestätigt und nun auch beziffert worden.


Projektbezogene Webseite  Bitte hier klicken >>>>>

Prof. Dr. François Grin
Ecole de traduction et d'interprétation, Université de Genève
+41 22 379 87 20
francois.grin@eti.unige.ch

Prof. Dr. François Vaillancourt
Université de Montréal
+1 5143436557
francois.vaillancourt@umontreal.ca

Dokumente:

  Schlussbericht (auf französisch) (1454KB) 01.04.2009    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (163KB) 03.11.2010    öffnen >

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