Suche:






Resultate

Über die Schweiz hinaus: Sprachliche Praktiken im nationalen und internationalen Tourismus

Hintergrund Als der viertgrösste Exportsektor der Schweiz ist der Tourismus für die Schweiz von immenser Bedeutung. Damit bildet die Schweiz international keine Ausnahme, denn der Tourismus ist der am schnellsten wachsende Sektor der Weltwirtschaft. Tourismus ist also ein zentraler Aspekt der Globalisierung. Deswegen ist der Tourismus auch sprachlich interessant, denn der Akt des Reisens bringt Menschen mit verschiedenen sprachlichen Repertoires in Kontakt – dies gilt sowohl für den nationalen als auch den internationalen Tourismus. Neben den Landessprachen spielt das Englische als internationale Lingua franca eine grosse Rolle, aber auch die Einwanderersprachen und die Sprachen der neuen touristischen Märkte wie Chinesisch oder Russisch.

Ziel Dieses soziolinguistische Projekt untersucht die sprachlichen Aspekte des Tourismus auf drei Ebenen: 1. Wie wird mit Mehrsprachigkeit in Interaktionen (z.B. am Flughafen oder auf der Touristeninformation) umgegangen? 2. Wie werden diese Praktiken durch Ausbildung und Fortbildung «vorgeformt »? 3. Wie wird eine Tourismusdestination sprachlich gestaltet (z.B. durch Slogans und Broschüren)?

Bedeutung Dieses Projekt wird Aufschluss geben über den Stellenwert der Mehrsprachigkeit im Tourismus und die Bedeutung von Fremdsprachenkompetenzen im Dienstleistungssektor unter den Bedingungen der Globalisierung allgemein. Dabei gilt es auch kritisch zu beleuchten, welche Sprachen und welche Kompetenzen touristische Arbeitsplätze in welcher Form strukturieren.

Resultate Mehrsprachigkeit gehört in der Tourismusbranche offensichtlich zum Alltag. Aber wie genau sieht Mehrsprachigkeit im Alltag der Arbeitswelt aus? Diese soziolinguistische Studie von Ingrid Piller (Macquarie University, Australia) und Alexandre Duchêne (PH und Universität Freiburg) untersuchte vor allem den Stellenwert der Fremdsprachen-kompetenzen und wie wichtig sie in der Tourismusbranche für die berufliche Karriere sind. Die Sprachkompetenzen der Mitarbeitenden sind eine wichtige wirtschaftliche Ressource. Um eine Stelle im Tourismussektor zu finden müssen Bewerberinnen Mehrsprachigkeit nachweisen. Einmal eingestellt, wird Mehrsprachigkeit aber normalisiert und ist kaum ein Pluspunkt punkto Gehalt oder Mobilität innerhalb des Unternehmens. Der „Wert“ von Mehrsprachigkeit hängt stark mit den Marktregulierungen, den Expansionsstrategien der Unternehmen und den lokalen Bedürfnissen zusammen. Die Sprachwahl ist nie unbedeutend oder willkürlich. Sie kann vielmehr als Ausdruck sozialer und wirtschaftlicher Veränderungen in unserer Gesellschaft verstanden werden.

Prof. Dr. Ingrid Piller
Linguistics Department, Macquarie University, Australia
ingrid.piller@mq.edu.au

Prof. Dr. Alexandre Duchêne
Universität Fribourg
DucheneA@edufr.ch

Dokumente:

  Schlussbericht (407KB) 26.02.2009    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (181KB) 03.11.2010    öffnen >

Zurück