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Wie erfüllt die SRG SSR ihren sprachpolitischen Auftrag?

Hintergrund Die schweizerische Gesellschaft, konstituiert durch den Willen zum Zusammenhalt, bedarf unterschiedlicher Instrumente, um tendenziell auseinander strebende Landesteile und Kulturen zusammenzuhalten. In diesen Landesteilen und Kulturen werden der Gebrauch und die Entwicklung der Sprache mitgeprägt durch die Massenmedien. Zum Leistungsauftrag der SRG SSR gehört es daher, als Sprachraum-übergreifende Institution zu handeln: in allen Amtssprachen gleichwertige Programme zu veranstalten, die zudem das gegenseitige Verständnis, den Zusammenhalt und den Austausch zwischen den Landesteilen und Kulturen fördern. Dies ist jedoch nur bedingt möglich.

Ziel Das Projekt untersucht den sprachpolitischen Auftrag der SRG, die Rahmenbedingungen zu seiner Umsetzung und die tatsächliche Umsetzung. Es soll gezeigt werden, wo und wie die Anforderungen an die Institution SRG, hierarchische interne Regeln zum Sprachgebrauch in Programmen und Sendungen, Strategien und Praktiken der Medienschaffenden und die programmwirksame Language Awareness übereinstimmen bzw. sich widersprechen. Es gilt herauszufinden, ob und wie es der SRG gelingt, ihren Leistungsauftrag im Sinne nationaler Identität mit der Aufgabe zu verbinden, Nähe zum sprachregionalen Publikum herzustellen.

Bedeutung Die Ergebnisse der Untersuchung werden für den politischen Diskurs der Schweiz und die institutionelle Umsetzung aufbereitet. Den beteiligten Akteuren (Öffentlichkeit, SRG, Medienschaffende) soll ein plastisches Verständnis, eine angemessene Einschätzung und eine empirisch basierte Weiterentwicklung einer «idée suisse» erleichtert werden. Zu erwarten ist damit ein wesentlicher Beitrag an den diskursiven Zusammenhalt der gewollten mehrsprachigen Schweiz in einer medial geprägten Welt.

Resultate Als öffentlicher Rundfunkanbieter soll die SRG sprachraum-übergreifend den kulturellen Austausch zwischen den verschiedenen Landesteilen und gesellschaftlichen Gruppierungen der Schweiz fördern. Wie sie diesen Auftrag erfüllt, untersuchten Daniel Perrin von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur und seine Kollegen anhand der journalistischen -Beitragsproduktion in drei Nachrichtenredationen: Tagesschau, téléjournal, 10 vor 10. Die Forscher fanden eine Kluft zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch der SRG und ihren marktwirtschaftlichen Interessen als Medienunternehmen. Einzelnen Medienschaffenden gelingt es aber, diesen Spagat auch in kritischen Situationen zu meistern. In einer Tiefenanalyse der täglichen Arbeit fanden die Forscher „hidden knowledge“, verstecktes, implizites Wissen für eine journalistische Praxis, die den Anspruch der SRG erfüllt. Dieses Wissen soll nun der ganzen SRG zur Verfügung gestellt werden.

Prof. Dr. Daniel Perrin
Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM
Zürcher Hochschule Winterthur
+41 52 267 77 62
daniel.perrin@zhaw.ch

Prof. Dr. Vinzenz Wyss
Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM
Zürcher Hochschule Winterthur
+41 52 267 77 76
vinzenz.wyss@zhaw.ch

Dokumente:

  Schlussbericht (367KB) 04.03.2008    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (186KB) 03.11.2010    öffnen >

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