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Italienisch als Zweitsprache: Ein Mindestlehrplan als Grundlage

Hintergrund Viele lernen Italienisch als Zweitsprache spontan nach einem bestimmten Muster. Die Grundlagen, auf denen das spontane Lernen beruht, sind ein wichtiger Wegweiser für den Sprachunterricht. Gezielt angewendet können sie dazu beitragen, Grundkenntnisse der italienischen Sprache in kurzer Zeit aufzubauen. Zielgruppe der Studie sind Jugendliche zwischen 11 und 13 Jahren, die ausserhalb der italienischen Schweiz die Pflichtschule besuchen.

Ziel Es soll ein Lehrplan für die italienische Sprache erarbeitet werden, der bei einem zeitlichen Mindestaufwand (ungefähr 20–30 Schulstunden) Grundkenntnisse für die Kommunikation in der italienischen Sprache vermitteln soll. Zu diesem Zweck wird sich die Forschungsgruppe nicht nur mit der Entwicklung des Lehrplans befassen und ihn an ausgewählten Gruppen von Jugendlichen testen, sondern auch für ihn werben und entsprechende Kontakte knüpfen, die seiner Förderung und tatsächlichen Anwendung in den Pflichtschulen dienlich sein könnten.

Bedeutung Ein Lehrplan, der die natürlichen Grundlagen über das spontane Erlernen der Zweitsprache berücksichtigt, stellt einen Kompromiss dar zwischen der Möglichkeit sich zu verständigen (kommunikative Funktionalität) und der Beherrschung der Regeln der italienischen Sprache (soziolinguistische Notwendigkeit). Jeder Schüler, der die Pflichtschule in der Schweiz absolviert, wird so Mindestkenntnisse für die Kommunikation in dieser Sprache erwerben. Einerseits könnten diese als Anregung für eine weitere Vertiefung der Sprachkompetenzen dienen. Andererseits bestünde damit die Chance, die dritte Landessprache in der eigenen Vorstellung nationaler Identität präsenter zu machen.

Resultate Wie kann eine Fremdsprache mit möglichst kleinem Aufwand erworben werden? Diesem weitverbreiteten Wunsch gehen Bruno Moretti (Universität Bern) und Eddo Rigotti (Universität Lugano) mit einem Mindestlehrplan für Italienisch nach. In ihrem Forschungsprojekt bestand ihr Zielpublikum aus 11- bis 13-Jährigen, die ausserhalb der italienischen Schweiz die Schule besuchen und eine Woche lang einen Mindestwortschatz in unterschiedlichen Gesprächssituationen anwenden lernten. Die unübliche und spielerische Lernmethode basiert auf Beobachtungen über den spontanen Erwerb von Italienisch. Sie brachte Schülerinnen und Schüler in kürzester Zeit auf eine beachtliche sprachliche Selbständigkeit sowie zu einer positiven Haltung gegenüber dieser Art des Fremdsprachenlernens. Hinter dem Mindestlehrplan steckt die Idee, möglichst vielen Schulabgängern die dritte Landessprache ansprechend und in weniger als 30 Stunden nahe bringen zu können, aber auch, Italienisch in der Schweiz stärker im Bewusstsein zu verankern. Weitere Anwendungen dieser erfolgversprechenden Methode sind bereits im Gespräch.

Projektbezogene Webseite Bitte klicken Sie hier >>>>>

Prof. Dr. Bruno Moretti
Inst. für italienische Sprache und Literatur
Universität Bern
+41 31 631 80 09
bruno.moretti@rom.unibe.ch

Prof. Dr. Eddo Rigotti
Facoltà di scienze della Comunicazione
Università della Svizzera italiana, Lugano
+41 58 666 46 25
eddo.rigotti@lu.unisi.ch

Dokumente:

  Schlussbericht (auf italienisch) (376KB) 21.08.2008    öffnen >
  Poster (auf italienisch) (244KB) 30.06.2009    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (161KB) 03.11.2010    öffnen >

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