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Wie lernt man ein Gespräch in einer Erst- und Fremdsprache zu organisieren?

Hintergrund Mit einer anderen Person zu argumentieren, seinen Standpunkt zu verteidigen, ein Problem erfolgreich zu behandeln und zu lösen oder mit anderen zusammen Wissen zu erwerben setzt voraus, dass man die Organisation des Gesprächs gut beherrscht. Bislang sind mündliche Fertigkeiten vor allem in der kommunikativen Interaktion zu wenig erforscht. Und es gibt kaum Kriterien, um die Gesprächsorganisation zu bewerten.

Ziel Dieses Projekt untersucht, wie Schüler und Schülerinnen miteinander sowohl in ihrer Erstsprache als auch in ihrer Zweitsprache kommunizieren. Dazu werden Interaktionen im Französischunterricht der Sekundarstufen I und II in der Romandie und der Deutschschweiz analysiert. Das Projekt verfolgt ein dreifaches Ziel: Es sollen die gesprächsorganisatorischen Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen festgehalten werden. Es soll ermittelt werden, unter welchen Bedingungen solche Kompetenzen erworben werden. Anhand dieser Analysen sollen zudem Kriterien entwickelt werden, welche die Evaluation von Gesprächskompetenz ermöglichen.

Bedeutung Das Projekt soll Antworten auf zentrale Fragen zum Sprachunterricht und zur Spracherwerbsforschung finden. Einerseits wird es einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Definition der Kriterien und der Standards für die Beurteilung der mündlichen Kompetenzen von Schülern und Schülerinnen leisten. Andererseits wird es hinsichtlich des Sprachunterrichts Massnahmen zur Optimierung der schulischen Praxis vorschlagen. Von Bedeutung für die Grundlagenforschung sind zudem die Erkenntnisse über die wenig erforschten Prinzipien, die eine Gesprächsführung in der Erstsprache und einer Zweitsprache regeln.

Resultate In einer Diskussion zu Wort kommen, argumentieren, seine Ansicht vertreten oder Missverständnisse klären setzt subtile Gesprächskompetenzen voraus. Das Forschungsteam von Simona Pekarek Doehler (Universität Neuenburg) hat den Französischunterricht in der Erstsprache und in der Fremdsprache mit dem Ziel analysiert, die verschiedenen Komponenten von Gesprächskompetenzen besser zu verstehen. Ebenso galt es, Aktivitäten im Klassenzimmer zu identifizieren, welche besonders dazu geeignet sind, die Entwicklung dieser Kompetenzen zu fördern. Die Studie zeigt, dass günstige Bedingungen für die Entwicklung von Gesprächskompetenz entstehen, wenn Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, aus der Rolle des rein „Antwortenden“ zu schlüpfen, Gesprächsthemen und deren Verlauf aktiv mitzugestalten, zu debattieren, etc. Gruppenarbeiten in der Sek. I und Diskussionen oder Debatten in der Sek. II haben sich diesbezüglich als besonders produktiv erwiesen. Der Schlussbericht gibt auch Hinweise, wie Gesprächskompetenz evaluiert werden kann.

Prof. Dr. Simona Pekarek Doehler
Institut des Sciences du Langage et de la Communication
Université de Neuchâtel
+41 32 718 18 34
simona.pekarek@unine.ch

Jean-François De Pietro
Institut de recherche et de documentation pédagogique, Neuchâtel
+41 32 889 69 70
Jean-Francois.DePietro@irdp.ch

Dokumente:

  Schlussbericht (auf französisch) (526KB) 28.04.2011    öffnen >
  Poster (auf französisch) (162KB) 03.06.2009    öffnen >
  Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (189KB) 03.11.2010    öffnen >

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