Wie kann die Schule Lese und Schreibkompetenz bei Schülern aus bildungsfernen Schichten fördern?

Hintergrund Spätestens seit den Untersuchungen von PISA 2000 ist bekannt: In der Schweiz gibt es ein stark ausgeprägtes Leistungsgefälle bei Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Gesellschaftsgruppen. Im Umgang mit Heranwachsenden aus bildungsfernen Familien bekundet die Institution Schule grosse Schwierigkeiten, einen substantiellen Beitrag zur Entwicklung der Literalität zu leisten. Wie gut jemand lesen und schreiben kann, ist aber eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg im beruflichen Leben.
Ziel Das Projekt will herausfinden, was Jugendliche aus schriftfernen Verhältnissen dazu bringt, sich im Lesen und Schreiben gut zu entwickeln. Damit sollen Grundlagen für die gezielte Sprachförderung von Jugendlichen mit ungünstigen Lernvoraussetzungen geschaffen werden. Letztendlich geht es um schulische Fördermassnahmen, damit auch sprachkulturell benachteiligte Kinder gleiche Chancen einer schulischen und beruflichen Entwicklung erhalten.
Bedeutung Im Rahmen des Projekts werden Bedingungen identifiziert, die eine ausreichende Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenz von Schülern aus bildungsfernen Schichten ermöglichen. Sie dienen als wissenschaftliche Grundlage für die Orientierung von Bildungspolitik und Schule. Das Projekt trägt daher dazu bei, die Chancengleichheit im Schweizer Schulsystem zu verbessern. Resultate Misserfolg im Lesen und Schreiben ist nicht vorprogrammiert: Es gibt immer wieder Kinder und Jugendliche, die auch unter den Bedingungen eines bildungsfernen Umfelds eine erstaunlich erfolgreiche Entwicklung durchlaufen (Literale Resilienz). Wenn es gelingt, Einflussgrössen zu identifizieren, welche einen Erfolg auch unter belastenden Vorzeichen ermöglichen und wenn diese auch gezielt einsetzbar sind, dann lassen sich Interventionen für die Praxis ableiten. Derartige Überlegungen nähren die Hoffnung, aktiv etwas gegen den lang anhaltenden Bildungsmisserfolg bei bestimmten sozialen Gruppen tun zu können. Die vorliegende Studie von Prof. Hansjakob Schneider zeigt, dass literal resiliente Jugendliche sich von anderen Jugendlichen unter anderem durch den Sinn unterscheiden, den sie der Schriftlichkeit in ihrem Leben zuschreiben; anders gesagt: durch die Funktionen, die sie für das Lesen und Schreiben in ihrem Leben haben aufbauen können. Dabei ist es überdies wichtig, dass die Jugendlichen einen Zusammenhang zwischen ihrem privaten Tun und den schulischen Anforderungen herstellen können.
Prof. Dr. Hansjakob Schneider Institut Forschung und Entwicklung Pädagogische Hochschule FHNW +41 62 832 02 72 (dir. 67) hansjakob.schneider@fhnw.ch Prof. Dr. Annelies Häcki Buhofer Deutsches Seminar Universität Basel +41 61 267 34 19 annelies.haecki-buhofer@unibas.ch Prof. Dr. Andrea Bertschi-Kaufmann Institut Forschung und Entwicklung Pädagogische Hochschule FHNW +41 62 832 02 72 andrea.bertschi@fhnw.ch Prof. Dr. Wassilis Kassis Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften Universität Osnabrück Prof. Dr. Winfried Kronig Heilpädagogisches Institut Universität Freiburg i.Üe. +41 26 300 77 27 winfried.kronig@unifr.ch
Documents:

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| Schlussbericht (824KB) |
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07.01.2009 |
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| Poster (230KB) |
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29.06.2009 |
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| Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (109KB) |
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25.05.2010 |
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